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Heinrich Guanter

Interview:
Heinrich, was gab den Ausschlag, dass Du Dirigent geworden
bist?
"Du hast Recht, in gewissen Fällen hätte
ich schon einen Ausschlag kriegen können...(lacht!)
Spaß beiseite: ich würde genauso gerne mit dem Instrument mitspielen...eigentlich
war es Zufall, dass ich dirigiere. Einer muss halt herhalten!
Aber zum Glück habe ich festgestellt, dass man auch als Dirigent
Musik machen kann. (schmunzelt).
Welches Ziel möchtest Du mit der Musik erreichen?
Kurz: GUTE MUSIK GUT SPIELEN, - so dass sie mir gefällt - dann
gefällt sie den anderen meistens auch! Unter uns gesagt: gut spielen
macht doch viel mehr Spaß als sich ungeübt durchzumogeln. Allerdings
mache ich Musik MIT TöNEN und nicht mit Punkten. "Mit Leuten
zu musizieren, welche WOLLEN und NICHT MüSSEN!
Welches Ziel hast Du mit der MGK?
Ich möchte, dass jede und jeder versteht was sie oder er spielt,
es tipp topp beherrscht und es gerne macht!
Auch dass jede und jeder sich vorbereitet und die Verantwortung übernimmt,
sich selbst auf dem Instrument weiterzubringen, d.h. Fehler und Wissenslücken
auszumerzen und wegzuüben.
Meinerseits möchte ich die Proben so interessant gestalten, dass
sie nicht geschwänzt werden.
Was findest Du gut an der MGK?
Alles freundliche Leute, welche miteinander respektvoll umgehen, hilfsbereit
sind und musikalisches Interesse haben. Ich wünsche der MGK, dass
es so bleibt!
Was würdest Du ändern an der MGK?
Falls es Leute dabei hat, welche sich musikalisch aufgegeben haben,
- denen wieder Mut machen,
zeigen dass es nie zu spät ist, noch etwas zu lernen. Ja, dass das
Lernen Vergnügen sein kann!
"Kunst" kommt von "können"!
Was ist Deine Schwäche?
Ich ergreife die Flucht vor Oberflächlichkeit und Leerlauf.
Vielleicht auch noch diese: wenn ich als Dirigent Leute korrigieren muss,
nehme ich die Gegenreaktion oft persönlich. Es ist halt leider so,
dass gewisse Charaktere sich manchmal energisch rechtfertigen, wenn sie
einen Fehler gemacht haben oder wenn sie zu wenig üben.
Allerdings habe ich kein Problem damit, wenn Leute Fehler machen, - aber
am besten jeden nur einmal.
Was sind Deine Hobbys?
Trompete spielen...Klavier spielen...fast jede Musik hören...Haus
und Garten pflegen...lesen...DOK-Sendungen und gute Filme schauen... ich
habe sehr viele Interessen...was gibt es schöneres als unberührte
Natur...Reisen.
Ich liebe lateinisches Flair z.B. Italien, das toscanische Ambiente, die
Sprache, die Küche, den Wein; in Frankreich den Charme, die Sprache,
die Küche, den Wein. In Spanien die Musik, die Sprache, die Küche,
den Wein und in Katalonien die Kultur, die Sprache, den Wein und die
"Crema catalana"!
Da ich mich vorgeburtlich nicht entscheiden konnte (auch da wahrscheinlich
viele Interessen), habe ich die Schweiz gewählt, denn die ist im
Zentrum. Und da gibt es immerhin Fondue und Raclette....und Mani Matter.
Danke für das interessante Interview!

Heinrich mit der Blaukreuzmusik Kerzers in Frauenfeld 2007
Lebenslauf
1947 in Thun geboren. (ein guter Jahrgang, gut gelagert, jetzt geniessen!),
18. Oktober (Waage, ein ausgewogenes Bukett)
"Harmonische" Familie: Vater Fagott, Mutter sang Sopran, Brüder
Klarinette und Kirchenorgel, die Schwester ist Querflötistin.
In der Kadettenmusik Thun flügelgehornt, dann Dixieland-Formation,
Stadtmusik Thun, Leiter der Big Band "The Modernaires", Orchesterverein
Thun (heute AOG).
Ab 20-jährig die Schweiz im Spiel Inf.Rgt 14/80 mit der Trompete
verteidigt.
Dazwischen Sackgeld verdient mit Tanzformationen von Trio bis Sextett.
Nach KV-Lehre bei einer Mineralquelle (die es heute nicht mehr gibt)
Arbeit in Oenologie in einer Grossweinhandlung (die es heute noch gibt).
In der Börsenabrechnungs-Abteilung einer Schweizer Bank beobachtet,
wie die Leute dem Geld nachrennen. Daher Entschluss zum etwas brotloseren
Künstler...
1976 Diplomabschluss zum Trompetenlehrer. Ausbildung bei Charles Flury,
Carlo Poggi,
René Schmidhäusler sowie Klavier bei Erika Radermacher. Daneben
Kurse an "Swiss Jazz School" bei Heinz Bigler.
Weitere Lehrer: Thomas Stevens (L.A.) James Stamp (L.A.), Rolf Quinque
(BRD), Marvin Stamm (USA), Barry Trop (USA) Kurse bei Jerome Callet (USA),
Malte Burba (BRD) und Stimmbildung bei Jakob Keller (CH, Bern).
Seit da Arbeit an verschiedenen Musikschulen: Burgdorf, Region Thun,
Konservatorium Freiburg.
Gleichzeitig Ausbildungsarbeit bei Musikvereinen: MG Bern - Bümplitz,
MG Kirchlindach, 17 Jahre Brass Band Hilterfingen, Dirigent der dortigen
Jugendmusik, 5 Jahre Feldmusik Strättligen-Thun, 4 Jahre Jugendmusik
Köniz, Kursleiter BKMV und VBJ, Männerchor Detligen.
Von 1989 bis 2008 Dirigent der BRASS BAND BLAUKREUZMUSIK KERZERS.
Daneben fleissig musiziert in der leichten und schweren Muse:
Stadttheater Bern und Basel, Berner Sinfonieorchester, Ensemble Vocal
Romand, Radio DRS-Big Band unter Hans Moeckel.
Auch jahrelang Leads in Bands der Dixieland-Szene:
"Firehouse Revival Swiss Dixieland Band", baJAZZos (gegründet),
"No Name Jazz Band" und "Lake Village Ramblers".
Nun auch mal unter dem Kirschbaum sitzend anzutreffen, sinnierend über
Willhelm Busch's Satz: "Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil sie stets mit Geräusch verbunden. "....
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